Beitragsbild kulturelle Unterschiede Chine und Westen

Im Reich der Mitte ist alles anders

Im ländlichen Raum gilt Schmatzen am Tisch als Auszeichnung für die Köchin, den Teller leer essen sollte man jedoch trotzdem nicht. Gilt dies bei uns als gute Kinderstube, bedeutet es in China, dass man zu wenig Essen bekommen hat. Der Gast fragt üblicherweise nach dem Reis, denn würde der Gastgeber diesen von sich aus zuerst anbieten, würde er den Eindruck vermitteln die Gäste schnell mit dem „billigen Reis“ satt bekommen zu wollen. Geht man in China mit einer Gesellschaft essen, hat man meist seine eigenen Getränke, hauptsächlich Wein und Spirituosen, mit dabei. Diese werden dann während des Essens gegen einen kleinen Obolus ausgeschenkt, denn das Restaurant selbst verkauft oft nur Bier oder Tee. Bei uns nicht üblich, für ChinesInnen aber völlig normal.

 

Höflichkeit wird in China großgeschrieben

Sitzt man dann am Tisch und unterhält sich laut und mit fuchtelnden Armbewegungen gilt man als unkultiviert. Auch einen Konflikt sollte man nicht direkt am Tisch vor der Gruppe ansprechen, denn dies wird als aggressiv wahrgenommen. Während es bei uns im Westen öfter vorkommt, dass Einzelpersonen mit Problemen gerade heraus und direkt konfrontiert werden, sind ChinesInnen vor allem auf Höflichkeit und Harmonie bedacht. Sie achten sehr darauf immer das eigene Gesicht und das des Gegenübers zu wahren. Auch bei einer offiziellen Einladung wird auf diese Höflichkeitsgebote geachtet.  Meist gibt es eine Sitzordnung, die nach Rang, Alter, Satus und manchmal auch nach Geschlecht die Sitzplätze zuweist. Diese Hierarchie setzt sich dann beim „Zuprosten“ fort, denn der ranghöchste Gast stößt zuerst mit dem ranghöchsten Gastgeber an.

 

Familie und Gemeinschaft geht vor

Hat eine Person eine tolle Leistung erbracht, wird diese bei uns auch hervorgehoben. In China hingegen steht immer der gemeinsame Gruppenerfolg im Mittelpunkt, Gemeinschaft und Familie haben einen besonderen Stellenwert. Kommt es doch vor, dass ein Gruppen- bzw. Familienmitglied in seinem Stolz und in seiner Ehre verletzt wird, wirft dies auch ein negatives Licht auf die Gruppe bzw. Familie und deren Mitglieder.

Diese und zahlreiche weitere Unterschiede zwischen chinesischer und westlicher Kultur sind „nice to know“ und sollten bei einer China-Reise berücksichtigt werden. Aber vor allem im Umgang mit Gästen aus China ist es für TouristikerInnen wichtig, die verschiedenen Umgangsformen und kulturellen Unterschiede zu beachten und entsprechend zu reagieren.  Deshalb freut sich die VILLA BLANKA über die Schulkooperation mit dem Zhengzhou Tourism College, deren AustauschstudentInnen gerade einen Ausbildungslehrgang an der VILLA BLANKA absolvieren.